Präsenzunterricht, Fernlehrgang oder Online-Ausbildung — Welches Format ist das richtige für dich?

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Du möchtest Heilpraktiker/in oder Heilpraktiker/in für Psychotherapie werden, hast aber keine Möglichkeit eine entsprechende Schule zu besuchen? Du arbeitest im Schichtdienst oder betreust deine Kinder zu Hause und möchtest zeitlich flexibel lernen können? Das lokale Ausbildungsangebot spricht dich nicht an oder die nächste Heilpraktikerschule ist zu weit entfernt? Bereite dich doch einfach per Fernunterricht auf deine gesundheitsamtliche Überprüfung vor!

 

Einige Ausbildungsstätten für Heilpraktiker/innen bieten entweder Fernlehrgänge oder Online-Ausbildungen an. Doch wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen beiden Formaten? Wie sieht der Fernunterricht jeweils aus? Welches Konzept passt zu dir und deinen aktuellen Lebensumständen? Und welche Vor- und Nachteile gegenüber Präsenzunterricht bestehen? All diese Fragen werden wir im Folgenden besprechen.



Die konventionelle Heilpraktiker/innen-Ausbildung — Vor- und Nachteile des Präsenzunterrichts

 

Um als Heilpraktiker tätig werden zu dürfen, musst du eine Überprüfung bei deinem zuständigen Gesundheitsamt ablegen. Hierzu benötigst du aktuell noch keine Ausbildung. Im Prinzip kannst du dir das nötige Wissen sogar per Selbststudium, zum Beispiel mit Hilfe von Büchern, aneignen. Da jedoch auch für die Überprüfung ein umfangreiches Grundlagenwissen sowie diagnostische Fertigkeiten benötigt werden, entscheiden sich die meisten Heilpraktikeranwärter/innen für eine fundierte Ausbildung.

 

Der Vorteil des Präsenzunterrichts gegenüber dem klassischen Fernunterricht liegt vor allem im persönlichen Kontakt zu den Lehrenden und Mitschüler/innen.

So entstehen Freundschaften, Lerngruppen, sowie ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, was gerade in diesen Zeiten vielen Schülern und Schülerinnen hilft den Fokus nicht zu verlieren.

Der Lehrstoff wird in der Regel vom Lehrenden aufbereitet und präsentiert. Bei Verständnisschwierigkeiten kann direkt nachgefragt werden. Zudem können praktische Einheiten in die Lehre integriert und Fallbeispiele diskutiert werden.

 

Auf der anderen Seite stehen den Lernenden oft nur begrenzte Ressourcen zum Vertiefen und Wiederholen des Stoffes zur Verfügung, insbesondere Bücher und Mitschriften. Doch sicher kennst du das: Du hast dir fleißig Notizen gemacht, kannst dich aber nach einiger Zeit nicht mehr wirklich an die Hintergründe und Kontexte deiner Stichpunkte erinnern. Individuelles Lernen im eigenen Tempo ist im Präsenzunterricht zudem kaum möglich. Aufgrund des festgelegten, oft engen Stundenplans wird implizit vorausgesetzt, dass alle Teilnehmer über einen annähernd gleichen Wissensstand verfügen. Schließlich bist du sowohl zeitlich als auch örtlich an bestimmte Termine gebunden.



Klassische Fernlehrgänge — Ein überholtes Konzept?

 

Demgegenüber stehen klassische Fernlehrgänge wie sie etwa von den bekannten Fernschulen angeboten werden. Hierbei bekommst du über einen bestimmten Zeitraum sogenannte Studienbriefe zugesandt. Der Lernstoff ist thematisch geordnet und in schriftlicher Form aufbereitet. Du eignest dir das Wissen an, indem du die einzelnen Hefte durcharbeitest, Selbstüberprüfungsaufgaben löst sowie am Ende jedes Skriptes Einsendeaufgaben bearbeitest und an deinen Fernlehrer sendest, der sie korrigiert und dir eine Rückmeldung gibt.

 

Der Vorteil dieser Lernform liegt in der hohen räumlichen wie zeitlichen Flexibilität. Du kannst lernen, wann und wo du willst. Themen, die dir leicht fallen, kannst du schneller bearbeiten, bei anderen lässt du dir mehr Zeit. Allerdings erfordert dieses Lernformat ein hohes Maß an Selbstorganisation und Disziplin. Die Kommunikation mit Mitschüler/innen und Lehrenden ist deutlich eingeschränkt. Da sie überwiegend per e-Mail stattfindet, kommt es zu zeitlichen Verzögerungen. Dies hat zur Folge, dass Missverständnisse oft unentdeckt bleiben.

 

Da der Lernstoff fast ausschließlich in Schriftform, ergänzt durch Grafiken und Bilder präsentiert wird, werden vor allem der visuelle und kognitive Lerntyp angesprochen, also Menschen, die durch Sehen, Lesen und Denken lernen. Mittlerweile werden Fernlehrgänge zwar häufig durch Videos, Webinare, einzelne Präsenzveranstaltungen oder digitale Campusse ergänzt. Doch diese ersetzen die wichtige Kommunikation zwischen den Studenten und dem Lehrenden nur unzulänglich.



Online-Ausbildung an der HPA — Die moderne Art des Fernunterrichts

 

Die Online-Ausbildung der HPA Heilpraktiker Akademie Deutschland versucht einen Brückenschlag zwischen den beiden Konzepten Präsenzunterricht und Fernlehrgang.

 

So wird der direkte Kontakt mittels wöchentlichen Live-Video-Webinaren ermöglicht. Du bist mit deinem/r Lehrer/in und deinen Mitlernenden in einer Videokonferenz verbunden und kannst ihre Gestik und Mimik sehen. Dies ermöglicht es, sofort Nachfragen zu stellen, Missverständnisse zu klären oder an Diskussionen teilzunehmen. Zudem werden Fallbeispiele miteinander besprochen und so ein starker Praxisbezug hergestellt. Die einzelnen Video-Sitzungen werden, anders als an herkömmlichen Schulen, aufgezeichnet. Wenn du mal krank bist oder dich beim Nachbereiten einer Einheit nicht mehr so genau erinnerst, kannst du die Stunde einfach nochmal ansehen.

 

Im Prinzip wird die Präsenzausbildung also in eine Online-Umgebung überführt und mit digitalen Zusatzangeboten ergänzt. Themen und Stundenplan bleiben gleich. Du erhältst zudem ausführliche Skripte zur Vor- und Nachbereitung sowie Zusammenfassungen zur Wiederholung. Daneben besteht Zugang zu zusätzlichen Teilnehmer-Videos, in denen Themen vertieft oder in die Praxis überführt werden. Anhand unterschiedlicher Fallbeispiele lernst du, wie du deine Klienten befragst, wie du eine Diagnose erstellst oder einen Therapieplan entwickelst. Die Möglichkeit, dich an Lerngruppen zu beteiligen, fördert den Austausch mit deinen Mitschüler/innen und ermöglicht dir, frühzeitig Netzwerke zu knüpfen.

 

Im Vergleich zum konventionellen Fernlehrgang werden so neben dem visuellen auch der auditive und kommunikative Lerntyp angesprochen, die sich Wissen vornehmlich durch Zuhören oder Sprechen erschließen.



Von der Online-Ausbildung zur Online-Therapie — Wie dir deine Erfahrungen langfristig nutzen

 

Nicht nur die Heilpraktiker/innen-Ausbildung wird zunehmend digitaler. Das Internet ist ein fester Bestandteil unseres Lebens. Dies spiegelt sich schon heute in der Coaching-Szene wieder und wird auch in der Therapie zunehmend Bedeutung erlangen. Die Erfahrungen, die du während deiner Online-Ausbildung sammelst, kannst du später nutzen indem du zum Beispiel selbst digitale Formate anbietest. Denn du kennst das Gefühl, hast dir Kompetenzen im Lesen der Gestik und Mimik angeeignet und erste Erfahrungen mit digitalen Tools gesammelt.

 

Nun kennst du die wichtigsten Unterschiede zwischen den verschiedenen Ausbildungsformaten. Bedenke: Es gibt nicht den einen, für alle richtigen Weg zum Traumberuf. Für manche Menschen sind feste, vorgegebene Termine sowie der persönliche Kontakt zu anderen oder das Gefühl einer definierten Lernumgebung wichtig. Andere bevorzugen flexiblere, selbstbestimmte oder ortsunabhängige Konzepte. Auch Mischansätze sind denkbar und möglich. Letztlich musst du selber entscheiden, welches Format zu dir, deiner Art der Wissensaneignung und deinen momentanen Lebensbedingungen passt. Wir wünschen dir viel Erfolg dabei!



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